Musik im Gottesdienst am 29. August 2021

In diesem Gottesdienst spielt Daniel Plöhn Präludium und Fuge in e BWV 533 von Johann Sebastian Bach. Die Entstehungszeit dieses Werks fällt in die Zeit von Bachs erster Anstellung in Arnstadt, wo er vier Jahre wirkte. Eine stürmische Zeit für den jungen Orgelvirtuosen: Er wurde mehrfach wegen „wunderlicher Variationen“ und „frembder Töne“, mit denen er den Gesang der Gemeinde durcheinander brächte, ermahnt, duellierte sich – Anekdoten zufolge – mit einem Fagottisten auf dem Kirchhof und wanderte hunderte Kilometer nach Lübeck, um dort bei dem hoch angesehenen Organisten Dietrich Buxtehude zu lernen (wobei Bach seinen genommenen Urlaub beträchtlich überzog). Ebenso stürmisch erklingt dieses im „stylus phantasticus“ komponierte Präludium, das klare Anklänge an die norddeutschen Präludien Buxtehudes erkennen lässt. Im großen Kontrast dagegen wirkt die Fuge mit ihrem signalhaften, kreisenden Thema, aber nicht minder kühn und kraftvoll in ihren harmonischen Fortschreitungen.